Wie machen das denn eigentlich die anderen?


Eine kurze Einführung ins RBE Plus Benchmarking 2.0

 

Benchmarking ist ein Begriff, der sich mittlerweile fest etabliert hat im internationalen Analyseumfeld. Schließlich liegt es nahe, mittels Benchmarking generelle Tendenzen und Maßstäbe zu ermitteln und konsequent anzuwenden. Insbesondere bei einer genügend großen statistischen Grundgesamtheit an verfügbaren Ergebnissen sollte ein ansprechendes Benchmarking doch zu ermitteln sein. Nur, und da wird sicherlich jeder zustimmen, der sich bereits mit derartigen statistischen Kennzahlen beschäftigt hat, ist Benchmarking nicht gleich Benchmarking.

Gerade bei der Auswahl der aussagekräftigen Daten scheidet sich hier schnell die Spreu vom Weizen. Probleme in der Datenauswahl führen nicht nur zu mangelnder Aussagekraft, sondern zeigen vielmehr irreführende Wege auf, die allzu oft kontraproduktiv sind.

Im folgenden Artikel wollen wir Ihnen das Thema RBE Plus Benchmarking 2.0 etwas näherbringen, eine umfassende Bibliothek mit tausenden von Kennzahlen basierend auf einer Vielzahl an Projekten. RBE Plus Benchmarking 2.0 bietet mehr als nur sinnvolle Vergleichsdaten, nämlich auch echten analytischen Mehrwert.

 

Nutzeraktivitäten in Geschäftsprozessen

Ausgehend von einer grundsätzlichen Fragestellung nach den tatsächlich messbaren Nutzeraktivitäten in den Geschäftsprozessen sind eine Vielzahl von Kennziffern und Ergebnissen denkbar,  die eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage schaffen können.

Wie viele Transaktionen führen SAP Systemnutzer eigentlich aus?

Welche Prozesse hat die SAP ERP Software virtuell automatisiert?

Um nur zwei Beispiele zu nennen. Nun, RBE Plus Benchmarking 2.0 verfügt über die Möglichkeiten, diese Fragen objektiv zu beantworten – basierend auf den Daten, die aus den RBE Plus Nutzungsanalysen von mehr als 250,000 Usern gezogen werden konnten. Die Lösung zeigt Bereiche mit intensiver Nutzung auf und kategorisiert konkrete Nutzertypen. Damit werden verlässliche Erkenntnisse gewonnen, um Prozessbereiche mit Verbesserungspotenzial identifizieren zu können.

 

RBE Plus Benchmarking 2.0

SAP ERP hat sich in einem großen Teil der Geschäftswelt durchgesetzt und wird mehr denn je intensiv genutzt. Im Umkehrschluss haben die gängigen Methoden zur Firmenorganisation einen hohen repräsentativen Wert eingenommen und an Signifikanz gewonnen. Davon ausgehend, dass in den 90er Jahren viele Geschäftsprozesse und Daten ohne Hilfe von ERP Lösungen genutzt wurden, hat der relative Deckungsgrad in vielen Organisationen im letzten Jahrzehnt stark zugenommen. Diese These wird klar durch die in den letzten 10 Jahren erhobenen Daten der RBE Plus Nutzungsanalyse gestützt, insbesondere in Deutschland und den USA. Während dieser Zeit ist die Zahl der SAP User, die mit End-to-End Lösungen arbeiten, in deutschen DAX Unternehmen deutlich gestiegen.

Die neue RBE Plus Benchmarking 2.0 Datenbank enthält über 100 Datensätze aus aktuellen RBE Plus Analysen, welche die nötigen Nutzerindikatoren beinhalten. Jeder Satz besteht aus ungefähr 4,000 separaten Metriken, hauptsächlich von Industrieunternehmen, die End-to-End Lösungen für die Bereiche Buchhaltung und Logistik nutzen. Im Interesse des Datenschutzes haben wir alle Daten mittels eines zweifachen Verfahrens anonymisiert. Nutzerdaten werden als kumulierte Schlüsseldaten dargestellt und alle beschreibenden Informationen mit Identifikationspotenzial wurden gelöscht. Darüber hinaus haben wir die Daten entweder zum Maximum oder Minimum gerundet oder als Intervalle angezeigt. Alle anderen Statistiken, wie die Durchschnitts- und Standardabweichungen, wurden so beibehalten.

 

Kategorisierung mittels Komplexität

Um aus dem Datenbestand aussagekräftige Schlüsse ziehen zu können, wurde jeder Datensatz mittels einer entsprechenden Kategorisierung hinsichtlich seiner Komplexität eingeordnet. Die sechs Indikatoren der Komplexität sind hierbei:

  1. Anzahl der aktiven User,
  2. genutzte SAP Module,
  3. veröffentlichte Neuerungen,
  4. eingesetzte Interfaces,
  5. Anzahl der aktiven Organisationseinheiten und
  6. die Anzahl der Länder, in denen Jahresabschlüsse eingereicht werden müssen.

Die Einordnung geht von einigen Prämissen aus. So werden alle internationalen Unternehmen in die Kategorie der komplexen Kandidaten eingeordnet, weil sie generell einen hohen Grad an Individualisierung, eine hohe Anzahl an Nutzeraktivitäten und hunderte Organisationseinheiten mit unterschiedlichen Tätigkeitsausrichtungen besitzen. Darüber hinaus besitzen sie durchschnittlich 8,010 aktive Benutzer. Die größeren Mittelstands-Unternehmen und Konzerntöchter dagegen decken eher einen Bereich ab von 907 Benutzern aufwärts. Dabei umfassen die Mitglieder dieser Gruppe eher ein auf ein Land oder eine Division fokussiertes Tätigkeitsfeld.

DEU_Complexity

Nutzeraktivität

Im Prinzip wird die Benutzeraktivität durch die Anzahl der verschiedenen ausgeführten Transaktionen ermittelt. Darunter fallen ebenfalls ERP Transaktionen, die von Dialognutzern ausgeführt werden, so wie SAP und Kundentransaktionen.

Folgende Messkategorien kommen dabei zum Einsatz:

  • Das Verhältnis der Nutzer, die nur eine Transaktion durchführen, liegt bei  ca. 10% in beiden Gruppen. Allerdings ist hier die Standardabweichung sehr hoch. Es ist wichtig zu prüfen, ob die Dialognutzer, die nur eine Transaktion über eine lange Periode ausgeführt haben, gebraucht werden. Sollte dies der Fall sein, hat diese Nutzergruppe wahrscheinlich eine sehr spezifische Aufgabenzuweisung. Dies könnten z. B. Call Center Agents sein, die auf Anfragen antworten oder Feedback eingeben.
  • Die größte Gruppe – fast 60 % – sind Nutzer, deren Spektrum zwischen zwei und 20 Transaktionen liegt. Entweder ist ihr Zugriff sehr limitiert oder sie nutzen die Transaktionen nicht in dem Ausmaß wie sie könnten.
  • Die dritte Gruppe – ca. 22% – besteht aus Spezialisten, die das Wissen über das System haben und innerhalb des Systems mit einer Prozesskette vertraut sind oder ein vertieftes Wissen zu einem Nutzerkreis haben.
  • Die letzte Gruppe – 10% – sind Superuser, die mehr als 50 Transaktionen durchführen und aus hauptsächlich IT-Spezialisten besteht. Die primäre Fragestellung ist hier, ob dieser Nutzertyp wünschenswert oder effizient ist.

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