Blog-Serie Fitnessplan: Das Leistungspotenzial von SAP Systemen ermitteln


Kennzahlen SAP LeistungspotenzialAusgehend von unserem letzten Artikel in der Reihe „Fitnessplan für Ihr SAP System“ wissen wir, wie effizient wir einmal waren. Dies können wir mit Hilfe vergangenheitsbezogener Daten und besonderer Ereignisse sehen, die wir direkt aus den betroffenen SAP Systemen auslesen. Aber wenn es um einen vernünftigen Fitnessplan geht, dann orientiert man sich eben nicht nur an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Vergangenheit, sondern insbesondere am aktuellen Leistungspotenzial.

Die körperliche Fitness kann man selbstständig auf Herz und Nieren prüfen. Vom Blutdruckmessgerät oder Schrittzähler bis hin zur Ernährungs-App sind unzählige Werkzeuge verfügbar. Aber damit verhält es sich ein bisschen wie mit den bereits erwähnten guten End-Jahresvorsätzen. Die Anschaffung erfolgt bekanntermaßen recht schnell, die kontinuierliche Durchsetzung bleibt dann meist irgendwann auf der Strecke. Nicht nur für Laien ist es extrem hilfreich, den Status Quo mittels eines objektiven Blickwinkels zu ermitteln. Sicherlich kann man sich heutzutage selbst diagnostizieren – Google und andere Suchmaschinen machen es bekanntermaßen möglich. Nur, wer verlässt sich wirklich auf die Qualität einer Selbstdiagnose? Eine Grippe geht ja noch, aber ein chirurgischer Eingriff von einem enthusiastischen Laien? Das ist kaum vorstellbar, auch wenn mein Hausarzt Ihnen da die ein oder andere interessante Geschichte erzählen kann 😉

Mit den Möglichkeiten zur Ermittlung des Leistungspotenzials von SAP Systemen verhält es sich ganz ähnlich. Schließlich stehen unzählige Werkzeuge und Programme zur Verfügung – von hilfsbereiten Beratern ganz zu schweigen. Doch hier ist es entscheidend, die genauen Einsatzparameter zu kennen. Kurz, was all diese Ansätze können – und was sie nicht können. Im US Sprachraum existiert hierfür ein passendes Sprichwort, das ich hier im Original – weil leicht verständlich – wiedergeben will: „A fool with a tool is still a fool.“

Abhängig von den eigenen Zielen und Fähigkeiten ist es daher unerlässlich, sorgfältig das richtige Werkzeug auszuwählen.

  • Gerade in einer komplexen Systemlandschaft ist es entscheidend, nicht nur die isolierten Komponenten zu betrachten, sondern das integrative Zusammenspiel des Gesamtsystems. Dabei kommt der technischen Natur der eingebundenen Systeme eine besondere Bedeutung zu – beispielsweise kann eine auf ERP Systeme ausgerichtete transaktionale Analyse Web-GUI orientierte CRM Systeme nicht korrekt erfassen.
  • Darüber hinaus ist es entscheidend, die Ergebnisse so aufzubereiten, dass sie von der Zielgruppe auch verstanden und angewendet werden können. Systemorientierte Informationen und technische Listen werden Anwender aus den Business Units eher verwirren, anstatt ihnen relevante Prozesszusammenhänge zu erklären.
  • Ohne die folgerichtige Beurteilung der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit von Business Units und Regionen wird jede Systemanalyse zu einer Mischung aus Schiffe versenken und statistischer Taschenspielerei. Gerade bei organisatorischen Schwerpunktbetrachtungen steckt der Teufel zumeist im Detail. Aus übergeordneter Ebene können Prozessausnahmen wie Stornos im statistischen Durchschnitt untergehen.

Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, dass selbst mit werkzeugbasierten Ansätzen fundierte Kenntnisse zur folgerichtigen Ableitung von Lösungsstrategien erforderlich sind. Jedes andere Vorgehen führt zwangsläufig zu Missverständnissen und Problemen.

 

Problemstellung

Auch diesmal haben wir drei aussagekräftige Kennzahlen ausgesucht, um die Leistungsfähigkeit einer richtig ausgeführten Ist-Analyse zu verdeutlichen.

Durchschnittlich 20% aller Einkaufsbelege werden via Schnittstellen erzeugt Zwanzig Prozent klingen auf den ersten Blick nach nicht sehr viel. Gemessen an den Belegvolumina sprechen wir jedoch von einer Unzahl an mit Schnittstellen übertragenen Daten. Grundsätzlich weist die Messung des Integrationsgrades auf Redundanzen hin und hilft, Abstimmungsprobleme sowie Testaufwände zu umgehen. Denn wenn man schon Standardfunktionalitäten auf Herz und Nieren prüfen muss, wie sieht es dann mit individuellen Erweiterungen aus?
4 von 10 Fertigungs­aufträgen haben keinen Bezug zu einem Planauftrag Wenn es um die Nutzungseffizienz eines SAP Systems geht, dann sind gerade die unterstützenden Funktionen es wert, dass man sich genauer mit ihnen beschäftigt. Referenzbelege, Automatisierungsgrade und Benutzerverteilungen sind nur drei Beispiele zur nachhaltigen Steigerung der Prozesseffizienz.
1.259 Z- und Y- Transaktionen sind durchschnittlich in Kundensystemen vorhanden Keep it simple! Unnötige Komplexität macht Prozesse intransparent und schwer zu kontrollieren. Gerade auf lange Sicht sind es die steigenden Dokumentations- und Testaufwände, die eine noch so gute kundenspezifische Systemerweiterung teuer machen. Daher gilt: prüfen Sie Anpassungen genau und regelmäßig – denn wer kann schon abschätzen, was der Standard von Morgen leisten kann?

 

Fazit

Auch bei der Betrachtung der aktuellen Situation gilt, dass Anwendungserfahrung von Analytik der Schlüssel für den dauerhaften Erfolg darstellt. Gerade bei ausführlichen Kennzahlensystemen sind umfassende Erklärungen und Hinweise unerlässlich. Denn nur auf Basis einer echten Bestandsaufnahme kann man letztendlich die richtigen Maßnahmen treffen, um die uns selbst gesteckten Ziele zu erreichen – egal ob im Bereich der körperlichen Fitness oder der Leistungsfähigkeit unserer SAP Systeme.

 

Mehr zum Thema Fitnessplan gibt es hier.

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